Anton († 14.04.09)
... hatte einige Wochen vor seinem Einzug bei uns seinen schon älteren Partner an eine Lebererkrankung verloren.Da er kein einsames Leben fristen sollte, wurde er abgegeben und kam so zu uns.
Vorerst war Anton noch in unserer 'Quarantäne-Ecke' untergebracht. Er sollte sich dort ein paar Tage akklimatisieren, dann zum tierärztlichen Eingangscheck und, sobald es dort grünes Licht gab, zu den Anderen umziehen.
Der Kleine war anfangs recht schüchtern, aber auch sehr neugierig, so dass er schon bald ohne Angst aus der Hand fraß.
Damit er nicht so viel allein war, verbrachten wir möglichst viel Zeit bei ihm.

Nach drei Tagen war es endlich soweit: Der Gang zum Tierarzt stand an.
Doch dieser Tag begann schon anders als erwartet.
Bei der morgendlichen Begrüßung bemerkten wir, dass Anton während der Nacht bzw am Morgen Körner erbrochen hatte. Mit einem unguten Bauchgefühl machten wir uns mit ihm auf den Weg.
Tatsächlich stellte unsere Tierärztin fest, dass sich in seinem Kropfabstrich vermehrt abgestorbene Zellen tummelten. Allerdings war das nichts, was nicht mit einer entsprechenden Behandlung wieder in den Griff zu bekommen war.
Sonst konnte sie bei Anton nichts Auffälliges feststellen. Er bekam ein Antibiotikum und wir sollten ihm etwas Ruhe gönnen.
Wieder zurück setzten wir den bunten Kerl wieder in seinen Quarantänekäfig.
Man sah ihm an, dass er geschafft war, doch das war bis dahin noch nicht weiter verwunderlich.
Kurze Zeit später konnte er sich aber nicht mehr auf der Stange halten, alle Versuche etwas zu fressen oder zu trinken schlugen fehl.
Er kauerte in einer Ecke auf dem Käfigboden und seine Atmung ging schneller als normal.
Nach telefonischer Rücksprache mit der Tierärztin, die auch meinte, sie würde ihn in dem Zustand nicht transportieren, da das sein Kreislauf nicht mitmache, stellte ich ihn ins kühlste Zimmer der Wohnung und dunkelte den Käfig ab in der Hoffnung, der Kreislauf des Kleinen würde sich wieder beruhigen, um ihn dann noch einmal zur Ärztin zu bringen.
Dem war aber nicht so. Keine 15 Minuten nach meinem Anruf und dem Umstellen ins Bad, sah Anton mich noch einmal an als wolle er sagen: "Ich kann nicht mehr."
Dann schloss er seine Augen und starb.
Was den Kleinen so plötzlich und vor Allem so schnell dahingerafft hat, darüber können wir nur spekulieren.
Eventuell war die Erkrankung seines verstorbenen Partners ansteckend gewesen und hatte Anton auch schon geschwächt. Der Umzugstress tat da dann vielleicht sein Übriges.
Uns war nur eine sehr kurze Zeit - nicht einmal vier Tage - mit dem liebenswerten Kerl vergönnt, den wir so schnell in unser Herz geschlossen hatten.

Anton, wir hoffen, Du bist nun wieder mit Deinem Tschiepi vereint - ganz ohne Schmerzen!
Der Artikel wurde am 09.06.2009 von Bea veröffentlicht.
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