Überlegungen VOR der Anschaffung
Bevor im Januar 2008 Tristan und Mika bei uns einzogen, haben wir uns natürlich Gedanken darüber gemacht, ob eine Wellensittich-Haltung denn überhaupt für uns in Frage kommt.Hier eine Übersicht, welche Dinge unbedingt abgeklärt werden müssen, bevor die neuen Mitbewohner einziehen:
Der Platz
Auch wenn Wellensittiche vielleicht nicht die größten Vögel sind, brauchen sie doch ihren Platz - indirekt für Käfig/Voliere und Spielplätze und direkt für den Freiflug.
Ist überhaupt ein Raum vorhanden, der die Möglichkeit zu einer Unterbringung bietet?
Können die Vögel dort später bedenkenlos fliegen?
Hat man als Mensch eine Rückzugsmöglichkeit, wenn man einmal etwas Ruhe genießen möchte?
Die Zeit
Hält man zwei Wellensittiche oder ein Schwärmchen, sind sich die Tiere untereinander meist schon Beschäftigung genug. Sollen sie aber ein gewisses Maß an Zutrauen dem Menschen gegenüber entwickeln, braucht es dafür Zeit - jeden Tag.
Außerdem darf nicht vergessen werden, dass täglich Futter und Wasser gewechselt und Frischkost angeboten werden muß, der Käfig muß auch in regelmäßigen, nicht zu großen Abständen gründlich gereinigt werden.
Hinzu kommt die Zeit, die man für eventuelle Tierarztbesuche und aufwendigere Pflege im Krankheitsfall einkalkulieren muß.
Für Jemanden, der regelmäßig mehrere Tage in der Woche oder im Monat nicht zu Hause ist, ist die Wellensittich-Haltung (bzw. die Tierhaltung allgemein) wohl eher nichts, da die nötige Versorgung nicht sichergestellt ist.
Die Kosten
Wellis kosten Geld. Das ist klar. Kauft man sie z.B. in einem Zoogeschäft, kann man mit 20-30 Euro pro Tier rechnen.
Das ist aber nicht Alles. Hinzu kommt der Käfig/die Voliere, diverses Zubehör, das Futter, Spielzeuge bzw. Spielplätze und nicht zu vergessen Tierarztkosten. Letztere übersteigen meist sehr schnell den 'Einkaufswert' eines Wellensittichs und können auch schon mal in einen dreistelligen Bereich gehen. Aber: Laut dem deutschen Tierschutzgesetz ist man als Halter dazu verpflichtet, einem erkrankten Tier die notwendige medizinische Versorgung zu teil werden zu lassen. Wer diese nicht tragen möchte (oder kann), sollte prinzipiell von einem Haustier absehen. Denn jedes Tier wird im Laufe seines Lebens einmal krank werden und muß dann zum Tierarzt.
Alle einverstanden?
Eine weitere wichtige Frage ist, ob denn überhaupt auch alle Bewohner eines Haushalts mit der Welli-Haltung einverstanden sind.
Denn ist es jemand nicht, kann es leicht zu Streitigkeiten führen - und im Ernstfall sind dann die Pieper die Leid tragenden.
Eine Allergie?
Wie bei jedem anderen Haustier auch, sollte vorher abgeklärt werden, ob denn jemand in der Familie unter einer entsprechenden Allergie leidet. Dabei ist es wichtig, nicht allgemein auf Vögel testen zu lassen, sondern speziell auf Wellensittiche (wird mittlerweile auch angeboten), da die Allergene von Vogelart zu Vogelart unterschiedlich sind.
Eine Allergie gegen Wellensittiche kann - gerade bei Menschen, die schon unter mehreren anderen zu leiden haben - auch erst im Laufe der Zeit auftreten.
Haustiere erlaubt?
Wie sieht es mit dem Mietvertrag aus? Sind Haustiere erlaubt?
Per Gesetz darf die Haltung von Kleintieren einem Mieter zwar nicht verboten werden, man darf aber den Einfluß von geräuschempfindlichen Nachbarn in Kombination von schon mal gern lärmenden Wellis nicht unterschätzen.
Andere tierische Mitbewohner?
Gibt es schon andere Tiere im Haushalt? Wenn ja, und sollten diese ein Hund oder eine Katze sein, dann kann eine zusätzliche Wellensittich-Haltung nur funktionieren, wenn sie räumlich getrennt zu ermöglichen ist.
Auch bei Nagern ist das anzuraten. Aquarien und Terrarien müssen abgesichert sein. Mit anderen Vogelarten sind Wellensittiche außerdem nur bedingt zu vergesellschaften.
Was tun im Urlaub?
Im Gegensatz zu einem Hund (und vielleicht noch einer Katze) lassen sich Wellensittiche meist schlecht in einen Urlaub mitnehmen.
Also, wie sieht es mit ihrer Versorgung während dieser Zeit aus?
Gibt es jemanden, der sie so lange bei sich aufnimmt oder eventuell sogar einen lieben Freund oder Nachbarn, der sie in ihrer gewohnten Umgebung betreut?
Erst wenn diese Punkte alle geklärt sind und nichts gegen den Einzug von zwei (oder mehr) Wellensittichen spricht, sollte es nun weitergehen.
Der Artikel wurde am 12.11.2009 von Bea veröffentlicht.
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