Die ersten Tage
Die Wellis haben ihr neues Heim bezogen - und jetzt?Jetzt geht es dann doch los, mit dem Gezwitscher und dem ganzen Schabernack, den sich die kleinen Geier so einfallen lassen.
Nein, diese Annahme stimmt so nicht.
Viel wahrscheinlicher passiert erst einmal gar nichts. Die Wellensittiche werden vermutlich wie erstarrt in ihrem Käfig sitzen, sich keinen Millimeter bewegen und auch keinen Piep von sich geben.
Das ist ganz normal und kein Grund zur Besorgnis. Denn: Die Zwei wurden aus einer ihnen meist vertrauten Umgebung gerissen, sind vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben (gerade bei jungen Vögeln) getrennt von ihrem Schwarm. Sie wissen nicht, wo sie sind und was sie von der neuen Situation halten sollen. Und das verängstigt sie.
Darum ist es nicht unüblich, wenn man in der ersten Zeit den Eindruck hat, die Neuankömmlinge würden nur immer in derselben Ecke des Käfigs hocken und außerdem weder fressen noch trinken. Denn das machen sie meist nur dann, wenn sie sich unbeobachtet fühlen. Darum ist es sinnvoll, ihnen Ruhe zu gönnen und sie nicht permanent zu beobachten. Sie finden schon alles, was sie brauchen.
Also bitte nicht die ganze Zeit am Käfig kleben, sondern Distanz bewahren.
Es ist sinnvoll, den Tagesablauf ganz normal zu gestalten, denn schließlich sollen sich die Pieper ja an diesen Rhythmus gewöhnen. Dabei einfach alles ein wenig ruhiger angehen lassen - die Musik etwas leiser, die Bewegungen nicht zu hektisch etc.
Beim täglichen Futter- und Wasserwechsel mit sanfter Stimme mit den Wellensittichen reden und die Arbeiten zwar mit einer gewissen Ruhe ausführen, aber auch nicht unnötig in die Länge ziehen.
Auch so macht es Sinn, sich mit den Kleinen öfter einmal zu unterhalten, damit sie sich an den Menschen als solchen und die Stimme gewöhnen. Ich hab unseren z.B. immer erklärt, was ich da jetzt gerade neben ihrer Voliere am PC mache oder ihnen einfach erzählt, was der Tag so gebracht hat.
Man sollte die Vögel auch einfach mal allein lassen - also etwa mal länger das Zimmer verlassen. Dann werden die Wellis nämlich mutiger und nehmen ihren Käfig und die Einrichtung eher in Augenschein, als wenn sie sich die ganze Zeit beobachtet fühlen. Dass sie das Futter gefunden haben, erkennt man dann ganz einfach an den leeren Körnerspelzen.
Sollten sie zu Anfang partout nicht an die Näpfe gehen, macht es Sinn, etwas Futter auf den Käfigboden zu streuen - vielleicht sind sie bisher nur die Bodenfütterung gewöhnt. Diese sollte dann bis sie sich an die Näpfe gewöhnt haben angeboten werden.
Wie bei allem, was mit Wellensittichen zu tun hat braucht man Geduld. Man merkt schnell, wenn die Pieper auftauen und neugierig werden. Dann ist es auch schon Zeit für den ersten Freiflug.
Und bitte eines niemals vergessen: Der Käfig ist der sichere Rückzugsort für die Wellensittiche! Die menschliche Hand hat dort drin für etwaige Zähmungsversuche absolut nichts zu suchen. Die Vögel müssen auch nicht erst handzahm sein, bevor sie frei fliegen dürfen - denn wenn man die die vorhergehende Regel bedenkt, ist das ein Ding der Unmöglichkeit.
Es gibt genügend Dinge, an die sich die Beiden in den ersten Tagen gewöhnen müssen - auf den Finger kommen oder sich sogar anfassen lassen gehören da allerdings nicht zu.
Es gibt später noch genügend Möglichkeiten für die Annäherung zwischen Welli und Mensch, aber das hat Zeit. Erst einmal müssen die Vögelchen richtig in ihrem neuen Zuhause angekommen sein.
Der Artikel wurde am 19.11.2009 von Bea veröffentlicht.
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