Vom Vermittlungsvogel zum Hauptstadtwelli
Das Dutzend ist voll, denn Vermittlungspieper Neela darf bleiben!Neela's erste Körnergeber wurden vergangenen Winter der blauen Dame überdrüssig, sie sollte weg, wurde einfach nach draußen in die Kälte gestellt.
Dort stand sie dann einige Tage, bis eine Bekannte der Körnergeber sie zufällig fand und mitnahm. Eigentlich dachte sie, die Kleine "würde es nicht mehr lange machen", denn sie war ja schon einige Zeit der kalten, für sie völlig ungewohnten Witterung ausgesetzt.
Aber Neela wollte offensichtlich noch nicht sterben und lebte so das nächste Jahr bei ihrer Retterin. Weiterhin allein und ohne Partner.
Man entschied, dass kein zweiter Vogel dazu sollte und eigentlich auch nicht so viel Zeit für die Kleine aufzubringen ist, denn schließlich gab es noch Kinder im Haushalt. Also kam man zu der Einsicht, dass der Vogel abgegeben werden sollte - eine vernünftige Entscheidung, auch wenn sie viel eher hätte fallen können.
Wir holten Neela am 29.12. zu uns. Sie wurde vorübergehend in der Küche im Quarantänekäfig untergebracht.
Schnell stellten wir fest, dass die blaue Henne trotz ihrer bisherigen Einzelhaltung noch nicht vergessen hatte, dass sie ein Wellensittich ist. Denn von dem Moment an, als sie die Bande aus dem Wohnzimmer hörte, begann sie, nach ihnen zu rufen. Es war sehr deutlich, wie sehr ihr Artgenossen fehlten und so fassten wir den Entschluß, sie nach Ablauf der Quarantäne ins Wohnzimmer zu setzen.
Die Suche nach einem neuen Heim lief bereits.

Erst nach ihrem Umzug zu den Anderen stellte sich heraus, dass Neela offensichtlich bislang keinen oder kaum Freiflug genießen durfte und/oder bei selbigem sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben musste. Denn sie traute sich überhaupt nicht aus der Voliere. Wenn sie durch eine plötzliche Bewegung von einem der Schwarmmitglieder aufgeschreckt wurde, kam es zwar vor, dass sie 'aus Versehen' nach draußen flog, aber sobald sie registrierte, dass sie die schützende Voliere verlassen hatte, kehrte sie gleich panisch zurück.
Bald entdeckten unsere sonst eher dem eigenen Geschlecht zugetanen Männer die Neue und Neela wurde kräftig angebalzt. Vor allem Erik leistete ihr häufig Gesellschaft, es wurde gebalzt, gefüttert und sogar gepuschelt. Und Erik war es auch, der es irgendwie schaffte, Neela mit nach draußen zu locken. Nicht für lange und auch nicht so selbstverständlich, wie es bei allen Anderen ist, aber ein Anfang.

Hier kam der Punkt, an dem die Überlegungen anfingen, ob die Blaue nicht bei uns bleiben sollte. Sie hatte in ihrem Leben schon Einiges mitmachen müssen und war gerade dabei, ihre Ängste ganz langsam aber sicher zu überwinden.
Es wird bestimmt noch eine Weile dauern, bis es für Neela ganz normal ist, einfach nach draußen auf den Spielplatz zu fliegen und dort den größten Teil des Tages zu verbringen wie ihre neuen Schwarmkollegen, aber die ersten Schritte sind gemacht und sie scheint sich wirklich wohl zu fühlen, genießt es, nicht mehr allein zu sein.

Neela, ich wünsche Dir, dass Du Deine bisherigen schlechten Erfahrungen hinter Dir lassen und in Zukunft ein unbeschwertes Leben bei uns führen kannst!
Der Artikel wurde am 07.01.2010 von Bea veröffentlicht.
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