Wellensittiche und andere Haustiere – Andere Vogelarten
Sicherlich ist es für einige Menschen reizvoll im heimischen Wohnzimmer mehr Arten als nur Wellensittiche zu beherbergen. Doch Achtung: Nicht alles, was einen Schnabel und zwei Flügel hat, verträgt sich auch miteinander!Die oberste Regel bei der Mischhaltung ist: Für jeden Vogel einer Art muss auch immer mindestens ein artgleicher Partner vorhanden sein. Jede Spezies hat unterschiedliche Weisen, miteinander zu kommunizieren, wenn man nun meint, man könne einen einzelnen Wellensittich mit einem einzelnen Nymphensittich verpaaren, ist das in etwa so, als würde man einem Meerschwein einen Goldfisch an die Seite stellen.
Neben den Unterschieden in der Kommunikation hat auch jede Art unterschiedliche Ansprüche an Futter, Käfig und Platzangebot. Aus diesem Grund ist nicht jede Mischhaltung möglich.
Krumm- und Spitzschnäbel
Das ist keine wirklich gute Kombination, denn Spitzschnäbel wie etwa Kanarienvögel brauchen eine ganz andere Körnermischung als Wellensittiche. Frisst die eine Art zu häufig vom Futter der anderen, kommt es zu gesundheitlichen Problemen.
Weiterhin besteht durch die kräftigen Welli-Schnäbel eine große Gefahr für die Mitbewohner: Nicht selten beißt ein Wellensittich einmal zu, was gerade für die Beinchen der anderen Art fatale Folgen haben kann - nicht nur schwere Verletzungen sind möglich, sondern sogar Amputationen.
Wellensittiche und größere Papageien oder Agaporniden
Hier gilt das gleiche in Bezug auf die Ernährung, wie schon bei de Spitzschnäbeln.
Allerdings geht die Gefahr des sehr kräftigen Schnabels diesmal nicht von den Wellensittichen aus. Beim Menschen kann es zu schweren Quetschungen führen, beißt ein Graupapagei, eine Amazone oder ein Aga einmal zu. Was ein solcher Schnabel bei einem Wellensittich anrichten kann, ist sicher leicht vorstellbar.
Die großen Papageien wie Aras sind demnach erst recht keine möglichen Kandidaten für eine Mischhaltung.
Die Haltung solch verschiedener Arten ist also nur möglich, wenn sie räumlich getrennt von einander stattfinden kann. Geht dies nicht, kann es nur eine Vogelart geben.
Eine recht harmonische Kombination
In freier Wildbahn teilen sich Wellen- und Nymphensittich einen Lebensraum. Unter bestimmten Voraussetzungen gilt die Mischhaltung dieser beiden Arten als durchaus harmonisch.
Wichtig ist, dass jede Spezies ihre eigene Rückzugsmöglichkeit hat, dass bedeutet es werden zwei getrennte Volieren benötigt. Häufig fühlen sich die eher ruhigeren Nymphen von den quirligen Wellensittichen gestört und benötigen dann einen Zufluchtsort, an dem sie sich von dem bunten Treiben erholen können. Auch der Raum, in dem die Vögel Freiflug genießen, muss groß genug sein, um sich auch einmal aus dem Weg gehen zu können. Vorteilhaft ist es, wenn die Anzahl der Tiere beider Arten etwa gleich groß ist.
Gerade in der Anfangszeit sollte genau beobachtet werden, wie das Zusammenleben funktioniert.
Hat man selbst zwei Wellensittiche und denkt über eine Aufstockung nach, ist die sinnvollste Erweiterung des Schwarms sicher, sich zwei weitere Wellensittiche und nicht zwei Nymphen ins Haus zu holen. Denn auch wenn beide Arten mit einander leben können, haben sie verschiedene Wege mit Artgenossen zu kommunizieren - eine richtige Interaktion zwischen Wellis und Nymphensittichen wird also nicht zustande kommen.
Aus diesem Grund freuen sich die Wellensittiche wesentlich mehr über weitere Artgenossen, denn nur auf diesem Wege kommt für sie ein wirkliches Schwarmgefühl auf.
Der Artikel wurde am 19.02.2010 von Bea veröffentlicht.
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Jule aus Wertingen (20.12.2010 - 11:59)
Wie wahr, wie wahr. Jeder Vogelhalter sollte das im Hinterkopf behalten, denn leider gibt es da immer wieder sehr schlimme Ereignisse...

