Neela
Neela holten wir am 29.12.2009 zu uns. Wir wurden durch eine Anzeige im Internet auf sie aufmerksam und wollten wir sie nur 'da raus holen', denn sie sollte ursprünglich weiter vermittelt werden, schließlich zählte unser Schwarm zu dem Zeitpunkt schon 11 hungrige Schnäbel.Da sie aber, trotz oder vielleicht auch gerade wegen ihrer Einzelhaltung vorher, so sehr nach unserem Schwärmchen gerufen hatte, während sie ihre Quarantäne in der Küche verbrachte, haben wir sie alsbald ins Wohnzimmer umgesiedelt, um der Einsamkeit ein Ende zu bereiten. Trotzdem waren wir weiterhin auf der Suche nach einem neuen und vor allem endgültigen Zuhause.

Aber es kam, wie es wohl kommen mußte: Es fand sich auf die Schnelle nichts passendes und die sehr ängstliche und schüchterne Vogeldame blühte unter Erik's Annäherungsversuchen auf. Zuerst traute sie sich keinen Zentimeter aus der Voliere, aber die Überzeugunsgkraft unseres hellblauen Welli-Hähnchens hat sie ihre Panik überwinden lassen, so daß sie ab und zu auch 'Freiluft' schnupperte.
Da fiel dann auch die Entscheidung, daß Neela bleiben darf. Denn ein so schreckhafter Wellensittich, der gerade in Begriff ist, zu neuem Selbstvertrauen zu kommen, sollte nicht aus der langsam gewohnten Umgebung gerissen werden, um dann eventuell wieder neue Ängste zu entwickeln.
Es hat lange gedauert - etwa drei Monate - aber mittlerweile kommt Neela schon fast so selbstverständlich aus der Voliere und verbringt ihren Tag auf dem Spielplatz wie alle anderen.
Sie hat sich auch neu verliebt: Unser Miguel hat ihr Herz erobert und ist fast den ganzen Tag mit ihr zusammen. Für sie kommt er zu uns auf die Hand und holt sich Kolbenhirse, nur um sie dann an Neela weiter zu füttern.

Neela selbst hat immer noch Angst vor der Hand, aber das ist nicht schlimm. Immerhin bricht sie nicht mehr in totale Panik aus, wenn man sich ihr nähert, flüchtet dann aber doch lieber, wenn das Futter und Wasser gewechselt wird. Wer weiß, welche Erfahrungen sie in ihrem früheren Leben mit Menschen machen mußte ...
Alles in Allem scheint sie hier aber endlich angekommen zu sein und macht einen glücklichen Eindruck.
Sie liebt es über alles Möhrchen oder Äste zu schreddern und kann sich damit eine halbe Ewigkeit beschäftigen. Oder sie läßt sich von ihrem Miguel kraulen, gibt ihm diese Zärtlichkeiten aber auch gern zurück.
Neela ist eine echte Zicke, wenn es ums Futter oder um den schönsten Schlafplatz geht - eben eine Welli-Henne wie sie sein sollte.
Unbegreiflich für mich, daß jemand ein so zartes und liebenswürdiges Wesen im Winter einfach vor die Tür gestellt und der Kälte übergeben hat.

Diese Zeiten sind für Neela vorbei - sie hat ihren Platz auf Lebzeit bei uns gefunden.
Der Artikel wurde am 11.04.2010 von Bea veröffentlicht.
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