Kevin-Marcel († 08.02.2010)
... als Kevin-Marcel zu uns kam, gehörten Lara und Finn eigentlich schon dazu, sie waren schon 'adoptiert', nur noch nicht bei uns, da bisher keine Mitfahrgelegenheit für die Beiden gefunden war.Da der Beschluss die beiden Blauen aufzunehmen noch zu Lokis Lebzeiten fiel, wären es insgesamt 8 Wellis bei uns geworden.
Das habe ich auch versucht meinem Schatz begreiflich zu machen, während ich im welli.net-Forum in der 'Suche ein Zuhause'-Rubrik stöberte. Dort war gerade das Bild eines kleinen Blauen geöffnet und sein Kommentar war nur: "Wenn, dann soll es jetzt mal ein Grüner sein."
"Das krieg ich hin", dachte ich mir und keine halbe Stunde war im Internet ein dreijähriger, wildfarbener Hahn gefunden, der abgegeben werden sollte. Noch eine Stunde später standen wir vor dem Käfig der potentiellen Nummer 8.
Er war der einzige Welli in der Ein-Zimmer-Wohnung seines Körnergebers und lebte dort zusammen mit ein paar Fischen und einem jungen Hund. Der war auch der Grund, warum der Käfig des Grünlings ganz oben auf einem Schrank stand, denn der Hund hatte ihn vorher schon öfter angesprungen und sogar umgeworfen…
Es wurde uns gesagt, dass der Welli zwar unter Aufsicht fliegen dürfe, dass aber nicht so recht nutze - kein Wunder bei fehlenden Artgenossen und welli-gerechten Anflugmöglichkeiten.
Kurzum wurde der Grüne mitsamt seinem Käfig eingepackt und gleich dem Tierarzt vorgestellt, in der Hoffnung, ihn so bald wie möglich zu seinen neuen Freunden lassen zu können.
Da er seine bisherigen drei Lebensjahre immer allein war, war es unwahrscheinlich, dass er eine Krankheit in sich trug, die in der Zeit noch nicht ausgebrochen war und unmöglich, sich bei einem Artgenossen etwas eingefangen zu haben.
Nach einer gründlichen Untersuchung, die dem Kleinen nicht so ganz schmeckte - wer könnte es ihm verübeln - gab es grünes Licht für den Grünen.
Zuhause angekommen gab es für ihn allerdings erst mal einen neuen Käfig, einen, wo der Zigarettenqualm nicht schon komplett in die Gitterstäbe eingezogen war.
Schließlich sollte Kevin-Marcel (der Name war schon im Auto auf dem Weg zum Tierarzt gefunden) zu Anfang noch eine Rückzugsmöglichkeit haben und eigentlich auch die erste Nacht noch nicht bei den Anderen verbringen, sondern nach dem aufregenden Tag erst einmal zur Ruhe kommen.
So hatten wir uns das jedenfalls gedacht.
Aber kaum, dass er in seinem frischen Käfig saß und das Schwärmchen im Wohnzimmer hörte, war er nicht mehr zu halten. Er drehte völlig auf, so dass wir dachten, das könne kaum 'zur Ruhe kommen' sein.
Also stellten wir ihn rüber zu den Anderen, direkt neben die Voliere.
Nach drei Jahren ohne Artgenossen gab es für Kevin-Marcel kein Halten mehr, er war so aufgeregt und kletterte wie wild am Gitter an der Seite zur Voli, dass wir uns entschieden, seine offene Käfigtür an die offene Volierentür zu stellen und nicht bis zum nächsten Morgen mit dem nächsten Freiflug zu warten.
Einen Moment lang zögerte der Kleine, doch dann saß er auch schon zwischen den fünf Anderen und musste jeden Einzelnen ausgiebig begrüßen.

Am nächsten Morgen gehörte er quasi schon dazu und es gab bald die ersten Auseinandersetzungen mit Tristan, da Kevin-Marcel schnell ein Auge auf die gelbe Keke geworfen hatte, die jedoch eine der Frauen vom kleinen Blauen war.
Zwei Wochen lang gab es - zum Glück nur leicht - blutige Auseinandersetzungen wegen der Gelben, danach hatte Kevin-Marcel sie für sich beansprucht und Tristan blieb 'nur' seine Kimi.
Der Neue kümmerte sich rührend um seine Angebetete, so rührend, dass sie durch das ganze Zufüttern stetig zunahm ...
Allerdings dauerte es nach Laras und Finns lang ersehnten Einzug nicht lange, bis Keke nicht mehr interessant für Kevin-Marcel war und er Finn lieber seine Lara nach zwei Jahren Welli-Ehe ausspannte.
Seither waren die blaue Lara und der grüne Kevin-Marcel ein festes Paar und Tristan hat seine Zweitfrau Keke (nachdem die ein kurzes Techtelmechtel mit dem Neu-Single Finn hatte) wieder für sich.

Alles in Allem waren sich Kevin-Marcel und Tristan recht ähnlich - beide sehr zierlich mit einer verdammt großen Klappe und einem ebenso großem Herzen.
Der Grünling war genau wie Tristan es ist ein Vielflieger hier und jeder neidete dem anderen seine Frau(en). Wenn die holde Weiblichkeit aber mal keine Lust auf das ewige Bezirzen hatte, waren die beiden Männer beste Kumpels, die stundenlange Gespräche führen konnten.

Der Artikel wurde am 06.06.2009 von Bea veröffentlicht.
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