Mach's gut kleine Ella!
Wir mußten unser kleines Küken gehen lassen.Mit gerade einmal sechs Monaten.
Ihr Zustand hatte sich seit Dienstag nicht gebessert, eher verschlechtert. Sie wollte nur ihre Ruhe, hat sich von den Anderen zurück gezogen und wirkte, als hätte sie sich aufgegeben.
Obwohl sie mehr als sonst fraß, hatte sie weiter abgenommen.
Natürlich lag da der Verdacht auf Megas ganz nahe, denn die waren diesmal auch im Kot nachgewiesen.
In dem Zustand, wie sie jetzt war, standen die Chancen 1:1, daß eine Kur mit Ampho sie rettet.
Aber es wäre ja zu einfach im Leben, wenn es nur eine Erkrankung gäbe.
Urspünglich waren wir ja mit ihr da, weil sie wieder auffälligen Kot hatte. So wie schon einmal im Februar. Damals war es ein Nierenproblem.
Es hatte daraufhin ein Antibiotikum gut angeschlagen und ihr ging es besser.
Aber anscheinend hatte das nur die Spitze des Eisbergs bekämpft, denn die Bakterien hatten sich offensichtlich auf eine Virusinfektion gesetzt.
Und die war noch da und hatte ihren Körper zusätzlich sehr geschwächt.
Wir standen vor der Wahl, ob wir es versuchen oder nicht.
Vor dieser Entscheidung standen wir auch schon bei anderen Wellis und haben und dafür entschieden. Mit dem Ergebnis, daß nichts mehr half und die letzten paar Stunden sehr qualvoll waren.
Bei Ella war es fraglich, ob sie überhaupt die Eingabe der Medikamente übersteht. Die Chancen auf Besserung standen noch schlechter.
Als sie zu uns kam, war sie das kleine Energiebündel, daß allen Anderen mit ihrem Übermut mächtig auf die Nerven ging.
Aber nun war davon nichts mehr da - der Glanz in ihren Augen, dieser unbändige Lebenswillen, den sie hatte, war weg. Erloschen.
Nachdem sie vorhin in ihrem Transportkäfig saß, hatte sie sich noch einmal im ganzen Wohnzimmer umgeschaut - so als wüßte sie, daß sie nicht zurück kommen würde.
Wie haben sie gehen lassen, da wir nicht wollten, daß sie sich nur noch quält.
Ich hoffe, wir haben das richtige getan.
Kleine Ella, ich hoffe, daß Du den Glanz in Deinen Augen wieder zurückgewinnst, dort wo Du jetzt bist.
Der Artikel wurde am 02.05.2010 von Bea veröffentlicht.
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